Projektionen sind Spiegel deiner unbewussten Anteile

18. April 2022
Imke Köhler
Projektionen sind Spiegel deiner unbewussten Anteile

Wenn dich etwas trifft, betrifft es dich auch

Wie andere Menschen und das Leben ein Spiegel unserer eigenen Schattenseiten sind und wie wir diese konstruktiv für uns nutzen können

Neulich ist mir aufgefallen, dass es für mich schon so sehr Gewohnheit geworden ist, was ich mir vor 15 Jahren nie hätte vorstellen können. Damals war ich noch sehr gefangen in meinen Bewertungen und Projektionen im Außen. Der Gedanke, dass etwas, über das ich mich aufrege – ob nun bei einem anderen Menschen oder bezüglich einer Situation, etwas über mich selbst aussagt und mit mir und meinen eigenen Schattenseiten zu tun hat, war mir vollkommen fremd.

Und es gab eine Zeit, wo ich mich gegen solche Denkansätze sogar gewehrt habe. Nein, das konnte nicht sein. Wenn ich mich über etwas aufrege, weil ich es als falsch oder sonst wie bewerte, liegt das natürlich immer im Außen, weil es nun mal falsch ist und ich recht habe.

So habe ich damals gedacht. Inzwischen habe ich gelernt, die versteckten Hinweise und Anstöße zu suchen, zu finden und sie für meine Entwicklung zu nutzen.

Du reagierst emotional und spürst Widerstände

Kennst du das? Du triffst auf eine Person in deinem Umfeld, hast vielleicht auch öfter mit ihr zu tun und es fallen dir zunehmend Eigenarten oder Verhaltensweisen an diesem Menschen auf, die irgendetwas in dir auslösen. Du reagierst emotional und spürst innere Widerstände gegen die Person. Vielleicht bist du einfach nur jedes Mal völlig genervt. Oder du spürst Ärger und sogar Wut.

Vielleicht merkst du auch einfach nur ein diffuses Gefühl von Abneigung und beginnst, nach Dingen zu suchen, die du bei der anderen Person abwerten und kritisieren kannst. Oder du fühlst dich in ihrer Gegenwart klein, gehemmt und minderwertig. Oder du fühlst dich schnell gekränkt. Wenn irgendetwas davon zutrifft, dann kannst du immer davon ausgehen, dass das, was du an der anderen Person blöd findest, etwas mit dir zu tun hat. Dass es ein Spiegel deiner eigenen unbewussten Anteile ist.

Das anzuerkennen, ist oft gar nicht so leicht

Das anzuerkennen, ist oft gar nicht so leicht. Denn das bedeutet, vollkommen aufrichtig uns selbst gegenüber zu sein. Es bedeutet, dass wir eine Schwäche eingestehen.

Es bedeutet, zugeben zu müssen, dass wir da einen Anteil in uns haben, der unbewusst ist und über den wir keine Kontrolle haben.

Und das mit der Kontrolle ist oft das, was in diesem Moment am schmerzhaftesten ist.

Es macht uns Angst, keine Kontrolle zu haben. Wir sind so programmiert und konditioniert in unserer Gesellschaft, dass wir gerne über alles und jeden und auch das Leben selbst immer die Kontrolle haben möchten. (siehe auch: 2 Ursachen für mangelnde Selbstliebe) Deswegen fällt es sehr vielen Menschen schwer sich einzugestehen, dass der „blöde Mensch da draußen“ eigentlich etwas mit einem selbst zu tun hat.

Wenn du soweit bist, dir bewusst zu machen, dass deine aktuelle Ablehnung einer Person oder Situation im Außen etwas mit dir zu tun hat, hast du das wichtigste schon gemeistert. Denn 1. kannst du nur durch diese Bewusstheit etwas verändern oder in diesem Fall für dich auf konstruktive Weise nutzen.

du übernimmst Verantwortung für dich und dein Leben

Und 2. übernimmst du mit diesem Eingeständnis Verantwortung für dich und dein Leben. Das ist eine extrem wichtige Voraussetzung für echte Entwicklung und echtes Wachstum deiner Persönlichkeit.

Nur, wenn du bereit bist, die volle Verantwortung für dich und dein Leben zu übernehmen, wirst du in deine volle Schöpferkraft kommen und ein Leben gestalten können, was du dir wünscht.

Nur dann ist innere Freiheit möglich. Würdest du weiterhin in der Bewertung der Situation im Außen „feststecken“, dann würdest du die Verantwortung abgeben. Nach dem Motto: „Weil das da draußen so blöd ist, kann ich nicht das Leben führen, was ich gerne möchte.“ Oder: „Weil die Person so ist wie sie ist, kann ich nicht so arbeiten, agieren, wie ich gerne möchte.“ Damit gibst du Verantwortung ab und machst dich gleichzeitig zum Opfer der Situation.

Jetzt beginnt der spannende Teil

Sobald du dir also bewusst bist, dass deine emotionale Reaktion ein Hinweis auf etwas in dir selbst ist, beginnt der spannende Teil. Dann beginnt das Fragen, das Erforschen und mit Sicherheit auch das Herausfinden und damit eine kleine Erleuchtung. Eine Erhellung findet statt.

Du bringt mit deinen Fragen Licht in dein Unbewusstes und erhellst den bisher unbewussten Anteil deiner selbst, der bis dahin im Dunkeln als Schattenseite existierte.

Und mit dieser Erhellung beginnt automatisch auch die Integration dieses Anteils, so dass du immer mehr deine Ganzheit leben kannst.

Du bringt mit deinen Fragen Licht in dein Unbewusstes

Welche Fragen sind jetzt hilfreich?

Die erste hilfreiche Frage ist: „Was stört mich jetzt am meisten an dieser Person oder Situation?“ Oder: „Was löst am meisten Stress bei mir aus?“ Zum Beispiel kann ich mich erinnern – das ist schon sehr lange her – dass es eine Zeit gab, in der ich immer wieder auf Frauen getroffen bin, die mich aufgeregt habe, an denen ich mich gerieben habe, bei denen ich begann, jede Menge Dinge zu finden, die ich an ihnen kritisieren kann usw. Dann war da wieder so eine Frau in meinem näheren Umfeld und ich war darauf angewiesen, eine Weile mit ihr Kontakt zu haben.

Welche Fragen sind jetzt hilfreich

Das hat mich damals sehr gestresst. Bei dieser Peron habe ich mich dann irgendwann gefragt, was mich konkret jetzt eigentlich so stört. Die Antwort kam sehr schnell. Hier war es die Persönlichkeit dieser Frau. Sie war sehr extrovertiert, sprach sehr viel und laut, war dazu auch noch sehr groß und nahm durch ihre Art automatisch und permanent unglaublich viel Raum und Aufmerksamkeit ein. Sie stand also immer im Mittelpunkt. Und das war genau der Knackpunkt.

Ich glaubte, dass dieser Anteil bei mir nicht erwünscht sei

Ich selbst war damals in Gesellschaft eher zurückhaltend, still, beobachtend und manchmal auch gehemmt. Von mir aus habe ich selten das Wort ergriffen, meistens nur, wenn ich gefragt wurde. Als mir jedoch klar wurde, dass ich von dieser raumgreifenden extrovertierten Art der Frau angetriggert war, konnte ich erkennen, dass ich auch gerne so viel Aufmerksamkeit und Raum bekommen wollte. Ich wollte auch gerne so im Mittelpunkt stehen.

Schattenseiten sind nicht erwünscht

Ich wollte auch gerne so impulsiv einfach drauf los reden. Aber irgendetwas hatte dazu geführt, dass ich mir diesen Anteil nicht erlaubt habe.

So wie ich aufgewachsen war und geprägt wurde, war dieser Anteil von mir total weggeschlossen und auch verurteilt. Weil ich durch meine Konditionierungen glaubte, dass dieser Anteil bei mir nicht erwünscht sei.

 

Und so habe ich dann auch die gleiche Verurteilung ins Außen projiziert und entsprechend alles abgewertet, was diese Aspekte verkörperte.

Was stört am meisten?

Die Frage, was am meisten Stress auslöst oder was am meisten stört, bringt dich schon zu deiner Erkenntnis, was das Thema mit dir zu tun hat.

Weiter hilfreiche Fragen können sein:

  • „Was lehne ich an mir selbst ab und was wird mir durch das Außen jetzt gespiegelt?“ oder:

  • „Welchen Anteil von mir erlaube ich mir nicht zu leben, der mir jetzt vom Außen gespiegelt wird.?

Ich habe festgestellt, dass es sich immer um etwas handelt, was ich zwar jetzt schon verkörpere, aber an mir leugnen möchte, weil ich es aus irgendeinem Grund verurteile.

Oder es ist ein noch nicht verkörperter Anteil, den ich gerne leben möchte, es mir aber bisher nicht erlaubt habe.

Wenn du dich auf diese Weise mit deinen Spiegeln auseinandersetzt, wirst du merken, dass es sich auf verschiedene Weise positiv auf dein Leben auswirkt:

  • Indem du dir die Projektion bewusstmachst und dich dafür öffnest, deine Anteile darin zu entdecken, übernimmst du Verantwortung. Und diese Übernahme der Verantwortung bringt dich sofort in deine Selbstermächtigung, gibt dir quasi deine Macht zurück und du fühlst dich sofort kraftvoll und handlungsfähig anstatt ausgeliefert und ohnmächtig.

  • Das hat zur Folge, dass sich dein Blick auf dich selbst richtet und von der Situation bzw. Person abgezogen wird. Deine Aufmerksamkeit und Energie gilt jetzt dir selbst. Dadurch ist das Außen nicht mehr wichtig – es hat sozusagen seinen Zweck erfüllt. Deswegen wird es dich auch nicht mehr triggern und du kannst im Außen gelassen bleiben. Dein Leben wird leichter.

  • Durch dein Erkennen, welche deiner unbewussten Anteile durch diese Situation gespiegelt wurden, werden sie ins Licht geholt und sie können sich als Teil deiner Persönlichkeit integrieren. Du lebst immer mehr deine Ganzheit.

Diese „Aufreger“ im Außen haben also durchaus ihren tieferen Sinn. Sie sind dazu bestimmt, dich aufzurütteln und dich dazu zu führen, nicht gelebte oder nicht akzeptierte Anteile deiner Persönlichkeit zu integrieren.

Diese „Aufreger“ im Außen haben also durchaus ihren tieferen Sinn

Sie dienen dazu, dass du dich selbst mit all deinen Anteilen immer bedingungsloser annehmen kannst. Als Folge wirst du auch andere Menschen immer bedingungsloser annehmen können. Und das fördert sowohl deine innere als auch deine äußere Freiheit!

Wenn es dich jetzt interessiert, deinen eigenen Projektionen auf die Spur zu kommen und da dabei gerne Unterstützung hättest, dann vereinbare einfach ein kostenloses Gespräch mit mir.

Imke Köhler Selbstliebe Coaching

Imke Köhler

Ich freue mich, dass du meinen Beitrag liest!

Ich bin Imke Köhler und ich möchte dich unterstützen, zu emotionaler Freiheit und mehr Selbstliebe zu finden.

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