Egoismus vs. Wahres Selbst 

 17. Februar 2022

von Imke Köhler

„Lebe ich Egoismus, wenn ich mein Wahres Selbst lebe?“

Welche Auswirkungen es auf dein Leben hat, wenn du wirklich bereit bist, dein Wahres Selbst zu leben

Wenn ich Menschen mit meinem 3-Monats-Coachingpaket „Befreie dein Wahres Selbst“ begleite, geht es zu Beginn immer um die Frage, wie es mit der Bereitschaft steht, wirklich das Wahre Selbst zu leben. Diese Frage klingt vielleicht simpel und man mag meinen, dass natürlich die Bereitschaft vorhanden sei, wenn sich jemand schon für ein Angebot entscheidet, welches diesen Titel trägt. Aber die Erfahrungen zeigen etwas anders.

Wahres Selbst leben

Setzt sich jemand wirklich intensiv mit dieser Frage auseinander und versucht, sie aufrichtig zu beantworten, kommen häufig Gegenstimmen, Widerstände und Ängste ans Tageslicht: „Was ist, wenn ich dann total egoistisch und rücksichtslos werde?“ „Was ist, wenn sich dann Seiten von mir zeigen, die andere abstoßend finden?“ „Was ist, wenn ich so, wie ich wirklich bin, nicht mehr gewollt bin?“ Das sind die häufigsten Bedenken und Sorgen, die zu Beginn dieses Coachings auftauchen. Welchen Ursprung haben diese Sorgen?

Wir lernen, unser Wahres Selbst zu „verstecken“

Im Laufe unseres Lebens haben wir auf Grund der Erfahrungen und Prägungen im sozialen Umfeld gelernt, uns anzupassen. Als Kinder erlebten wir, dass andere unser Verhalten und unsere Reaktionen bewertet haben. Da Kinder zum einen durch Imitation lernen und zum anderen darauf angewiesen sind, im sozialen Kontext zu überleben, beginnen sie dann zunehmend, sich selbst zu bewerten.

Prägungen im sozialen Umfeld

Das führt dazu, dass eine Art innere Selbstkontrolle einsetzt, die dafür sorgen soll, dass möglichst sicher die eigenen Bedürfnisse (von den körperlichen Bedürfnissen bis hin zu Zuwendung und Bestätigung) zu erfüllen. Das eigene Wahre Selbst wird also im Laufe der Erfahrungen mit Schichten gelernter Strategien überdeckt. Diese Strategien können je nach sozialem Kontext sehr unterschiedlich aussehen. Entscheidend ist, dass im Selbstgefühl Limitierungen entstehen.

D. h. bestimmte Anteile werden von uns selbst abgewertet, unterdrückt oder sogar abgespalten, weil sie scheinbar nicht zu dem Bild passen, welches wir in unserem sozialen Umfeld erfüllen wollen oder auch sollen. Der Motor dieser Dynamik wird entweder durch den Wunsch, dazugehören zu wollen bestimmt oder durch die Angst, abgelehnt zu werden. In dem zweiteiligen Blogbeitrag: 2 Ursachen für mangelnde Selbstliebe schildere ich ausführlich die Ursachen dafür.

Es löst Angst aus, uns so zu zeigen, wie wir wirklich sind

Eine sehr typische Prägung in diesem Zusammenhang ist die Überzeugung, dass es egoistisch sei, wenn man sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle ernst und wichtig nimmt. Doch genau darum geht es in dem Coaching „Befreie dein Wahres Selbst“. Es geht genau darum, die eigenen Bedürfnisse ernst und wichtig zu nehmen und diese ganzen antrainierten Strategien zur Anpassung loszulassen und aufzulösen.

die eigenen Bedürfnisse ernst und wichtig zu nehmen

Um aufzuhören mit der inneren Selbstkontrolle, um aufzuhören mit der inneren Selbstabwertung, um aufzuhören mit dem inneren Kleinmachen. Und genau das macht im ersten Moment teilweise große Angst, weil wir befürchten, unseren Status im sozialen Umfeld zu gefährden. Diese Angst sitzt teilweise sehr tief. In meinem eigenen Entwicklungsprozess und auch in den Coachingterminen mit meinem Klient*innen tauchen diese Ängste immer wieder auf, wenn es darum geht, alte Einschränkungen aufzulösen. Die Sorge: „Was ist, wenn ich so, wie ich wirklich bin, nicht mehr gewollt bin?“ ist also eine ganz natürliche und logische Reaktion. Hat diese Sorge auch ihre Berechtigung?

Wie ist es denn nun, wenn wir zunehmend Schicht für Schicht der selbst-kontrollierenden Strategien auflösen? Bestätigt sich dann die Angst, egoistisch zu werden und nur noch rücksichtslos den eigenen Willen durchzusetzen? Die klare Antwort darauf ist: Nein. Genau das Gegenteil passiert.

Wir projizieren unsere unbewussten Schuldgefühle auf andere

Wie kann das sein? Dazu müssen möchte ich noch einmal verdeutlichen, welche Dynamik vorher vorherrschte. In der alten Überzeugung, dass „es sich nicht gehört“, die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle ernst und wichtig zu nehmen und danach zu leben, entsteht häufig ein unbewusstes Scham- oder Schuldgefühl, wenn wir dann doch mal versuchen, uns abzugrenzen oder etwas für uns zu tun.

wir projizieren diese Schuldgefühle

Weil wir unbewusst glauben, es sei nicht wirklich erwünscht oder sogar unerlaubt, den eigenen Impulsen zu folgen, beginnen wir dafür zu kämpfen. Wir stellen uns unbewusst auf Kampf und Konflikt ein, weil wir davon ausgehen, dass unser Umfeld uns ablehnen wird, wenn wir uns selbst treu bleiben. Dabei sind wir es selbst, die sich innerlich und unbewusst ablehnen. Wir fühlen uns schuldig, weil wir selbst uns diese Bedürfnisse und das Leben danach nicht erlauben. Und wir projizieren diese Schuldgefühle auf unser Gegenüber. Das hat sehr oft zu Folge, dass die Kommunikation im Außen dann tatsächlich sehr angespannt und konfliktbeladen ist oder sogar eskaliert.

Die Angst vor Ablehnung löst sich immer mehr auf

Dann machen wir uns allerdings auf den Weg, unser Wahres Selbst Schicht für Schicht zu befreien von diesen inneren unbewussten Auflagen, die uns in unserer emotionalen Freiheit beschneiden. Das hat zur Folge, dass wir uns selbst immer mehr gestatten, das zu tun, was sich für uns selbst stimmig und wahrhaftig anfühlt. Die Angst vor Ablehnung löst sich immer mehr auf. Die Verbundenheit mit uns selbst wächst und wird immer stärker.

Angst vor Ablehnung löst sich immer mehr auf

Unser Selbstwertgefühl, was immer schon unter den Schichten der Selbstabwertung vorhanden war, wird immer stärker von innen heraus spürbar. Dadurch verschwindet die emotionale Abhängigkeit von den Bewertungen unserer Mitmenschen immer mehr. Das Bedürfnis, die eigene Wahrheit zu leben, unabhängig von den Reaktionen im Außen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Damit entwickeln wir ein komplett neues Selbstverständnis für uns, unsere Bedürfnisse und Entscheidungen.

Es wird immer selbstverständlicher und normaler, im Einklang mit unserem Wahren Selbst leben zu wollen. Wir erlauben uns, wir selbst zu sein! Und hören automatisch auf zu kämpfen. Durch die Erlaubnis und das neue Selbstverständnis fühlt es sich ganz natürlich an, den eigenen Impulsen zu folgen. Wir haben es gar nicht mehr nötig, darum zu kämpfen. Weil wir fühlen, dass wir wertvoll sind, auch, wenn wir die Erwartungen anderer nicht erfüllen. Damit entspannen wir uns innerlich.

Diese innere Entspannung hat zur Folge, dass wir auch in der Kommunikation mit unseren Mitmenschen entspannt bleiben können, wenn es darum geht, uns vielleicht abzugrenzen oder Entscheidungen zu vermitteln, die gegen die Erwartungen der Anderen sind. Wir hören auf, uns zu rechtfertigen und um unser Recht zu kämpfen. Wir hören auf, Schuld zu projizieren, weil wir uns nicht mehr schuldig fühlen. Die Folge ist, dass auch unser Gegenüber deutlich entspannter mit unseren Entscheidungen umgehen kann.

Durch mehr Nähe zu uns selbst kommen wir anderen näher

Gleichzeitig gibt es noch einen weiteren wunderbaren Effekt. In dem Prozess, unser Wahres Selbst zu befreien, setzen wir uns intensiv mit unseren Gefühlen auseinander. Wir kommen uns selbst sehr nahe und entwickeln eine innige Nähe zu uns selbst und unseren Gefühlen. Wir „buhlen“ nicht mehr unbewusst um die Bestätigung im Außen, sondern fühlen uns zunehmend aus uns selbst heraus genährt und emotional satt und vor allem wertvoll.

Wir lernen, auch bisher verdrängte Anteile unseres Selbst als Teile unserer Persönlichkeit anzunehmen. Alles darf sein und alles – auch unsere Macken und Eigenarten – machen uns einzigartig und vollkommen. Wir lernen, dass wir nicht anders oder besser sein müssen, sondern so sein und bleiben dürfen, wie wir sind. Durch diese Nähe mit uns selbst entdecken wir schließlich unsere echte Selbstliebe wieder.

Durch mehr Nähe zu uns selbst kommen wir anderen näher

Das wirkt sich auch auf unsere Beziehungen aus. Insbesondere in Liebesbeziehungen kann dadurch eine ganz andere Ebene von Begegnung und Nähe entstehen. Denn wir haben gelernt, selbst für die Erfüllung unserer Bedürfnisse zu sorgen und erwarten dies nicht mehr vom Partner. Wir haben gelernt, uns selbst immer mehr so anzunehmen, wie wir sind und können dadurch auch unsere Liebesten immer mehr annehmen wie sie sind.

Wir haben gelernt, unsere Bedürfnisse und Gefühle ernst und wichtig zu nehmen und können dies auch unsere Lieben erlauben. Wir haben gelernt, Mitgefühl und Verständnis für unsere tiefsten Beweggründe und Empfindungen zu haben und empfinden diese auch für unsere Partnerin. In der Kommunikation können wir deutlich liebvoller, verständnisvoller und mitfühlender sein.

Wenn wir also unser Wahres Selbst leben, werden wir nicht egoistischer. Das genaue Gegenteil passiert:

  • Wir lösen unser emotionale Abhängigkeit und fühlen uns aus uns selbst heraus wertvoll.
  • Wir erlauben uns unsere Bedürfnisse und Gefühle und bleiben dadurch in der Kommunikation entspannt und innerlich klar.
  • Wir entwickeln eine innige Nähe zu uns selbst und können dadurch anderen deutlich näher sein.
  • Wir nehmen uns selbst zunehmend bedingungslos an und können das auch mit anderen tun.
  • Wir sind mitfühlender und verständnisvoller uns selbst und anderen gegenüber.
  • Die Beziehung zu uns selbst verbessert sich und dadurch verbessern sich auch die Beziehungen zu anderen.

Das sind aus meiner persönlichen und beruflichen Erfahrung die wichtigsten Veränderungen, die sich einstellen. Gleichzeitig gibt es noch jede Menge mehr positive Effekte. Es lohnt sich also, sich auf den Weg zu machen und in einen intensiven Austausch mit sich zu gehen.

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